Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Unvorbereiteter Ruhestand

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit, Mitmenschliches — Dora um 6:31 pm am Mittwoch, Mai 16, 2007

Heute morgen kam eine Kundin zu uns ins Geschäft, die sonst jedes Mal von ihrem Gatten begleitet wird. Als ich sie begrüsste, konnte ich mir einen kleinen Hinweis darauf nicht verkneifen. Sie erklärte mir, dass ihr lieber Mann von einem Bekannten gerufen wurde, um mit ihm zusammen einen Schrank umzubauen, und darüber sei sie heilfroh! Endlich könne sie einmal etwas ganz allein erledigen. Seit er in Rente sei, wuselt er ständig um sie herum, sowohl im Haus als auch im Garten. Wenn sie einkaufen gehen möchte, fährt er sie von Pontius zu Pilatus. Nichts kann sie mehr ohne ihn machen, nicht einmal Besuche bei ihren Bekannten. Selbst Arzttermine kann sie seitdem nicht mehr ohne Begleitung wahrnehmen. Ihr ist das schon fast peinlich. Er meint immer, ohne ihn ginge es nicht. Dabei ist er felsenfest davon überzeugt, dass er ihr etwas Gutes damit täte, wenn er ständig bei ihr ist.

Ihr ganzer Tagesrhythmus ist durch seine stetige Anwesenheit durcheinander geraten. Das geht schon beim Frühstück los. Als er noch zur Arbeit ging, hat sie nach dem Frühstück die Tageszeitung nach Sonderangeboten durchforstet, ihren Abwasch erledigt, Betten gemacht, Staub gesaugt, eingekauft, Essen gekocht, die Küche aufgeräumt und den Nachmittag nach ihren eigenen Vorstellungen verbracht. Wenn sie heute den Staubsauger in Aktion bringt, fragt er, ob sie denn gerade jetzt so einen Lärm machen müsse. Nun wird vormittags eine Teestunde und nachmittags eine Vesper- oder Kaffeestunde eingelegt, weil der Herr Gemahl das so schön findet. Er plant jetzt für sie mit, wann wohin ein Spaziergang gemacht wird oder welche Veranstaltung sie gemeinsam aufsuchen. Wie fürsorglich! Sie traut sich um des lieben Friedens Willen nicht, gegen seine Planungen etwas einzuwenden und möchte ihm auch nicht vor den Kopf stossen. Sie fühlt sich in  ihrer momentanen Situation gar nicht wohl und vermisst die Freiheit der Selbstentscheidungen sehr. Als er noch zur Arbeit ging, hat sie viele Dinge auch ohne seine persönliche Unterstützung verantwortungsvoll und kompetent erledigt.

Eigene Freizeitbeschäftigungen für sich findet er nicht. Sein Beruf war sein Hobby und seitdem er zu Hause ist, hat er für sich selbst auch noch nichts Neues gefunden, womit er seine Zeit ein wenig abwechslungsreicher gestalten könnte. Dabei hat der Mann viele Fähigkeiten, die er auch anderen Mitmenschen zur Verfügung stellen könnte. Aber was er auch an Ideen vorgeschlagen bekommt, noch kann er sich für keine Sache entscheiden.

Ich befürchte fast, wenn er noch länger so an seiner Frau klebt, haben die beiden bald ein richtiges Problem. Es wird Zeit, dass er für sich selbst eine Beschäftigung findet, die ihm Spaß macht und seiner Frau wieder etwas mehr Freiraum lässt. Er hat einfach verpasst, sich rechtzeitig auf den Ruhestand vorzubereiten.

Haustiere gegen Einsamkeit

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit, Mitmenschliches, Pflege — Dora um 12:18 pm am Dienstag, Mai 8, 2007

Ein wunderschöner Tag

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit — Dora um 2:32 pm am Mittwoch, Mai 2, 2007

Schon wieder eine “Umfrage”

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit, Heim und Garten — Dora um 1:29 pm am Mittwoch, Mai 2, 2007

Hilfreicher Provider

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Computer und mehr, Freizeit — Dora um 1:42 pm am Montag, April 30, 2007

Training für das Sportabzeichen

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit, Sport — Aldo um 6:42 pm am Sonntag, April 15, 2007

Oh je, 70. Geburtstag!

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Feiern, Freizeit, Sport — Aldo um 6:22 pm am Sonntag, April 15, 2007
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