Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Reisefieber - Irland 7

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit — Dora um 5:11 pm am Dienstag, Dezember 30, 2008
Donnerstag 18.12.2008

Für heute Nachmittag haben die Kinder sich vorgenommen, uns ihre nähere Umgebung zu zeigen. Nach dem Essen geht die Fahrt los. Unterwegs halten wir noch einmal Ausschau, um einen anständigen Weihnachtsbaum zu finden. Den Kindern wird von einem Händler empfohlen, sich eine Tanne auf dem Feld selbst auszusuchen, die dann eigens für sie geschlagen wird. Unserem Sohn fällt ein, dass er noch eine Säge braucht, um den Tannenbaumstamm für den Ständer zurecht zu stutzen. Also halten wir erst einmal an einem Baumarkt an. Hier werden unter vielen anderen Werkzeugen, Geschirr, Küchengeräten und anderen Sachen auch eine moderne Art AGA-Cooker angeboten. Ich staune nicht schlecht über den Preis: weit über 10.000 Euro für einen einfachen nicht einmal originalen AGA-Cooker! Aber dafür sollen diese Cooker auch mehr als ein Leben lang funktionieren. Betrieben werden können diese Koch- und Heizgeräte mit jeder Energieart, sowohl mit Gas, Öl, Kohle, Holz oder auch Strom. Ich bin begeistert, aber in unseren heimischen Küchen wird sich so ein Gerät wohl nicht lohnen, weil es ganzjährig ununterbrochen beheizt wird. Vom Frühjahr bis zum Herbst würde das beim besten Willen zu viel Energiekosten bedeuten und viel Platz benötigt der Cooker ebenfalls. Wir nehmen also nur die Säge mit und verlassen das Geschäft.
Weiter geht die Fahrt durch die sanft hügelige Landschaft entlang an der Küste bis nach Tintern Abbey. Hier steigen wir aus, um ein paar Fotos zu machen (s. auch http://fethard-on-sea.com/?p=19). Im Frühjahr, Sommer und Herbst muß es hier einfach phantastisch sein.

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Tintern Abbey ist eine alte Klosterruine. In den Sommermonaten werden hier Führungen angeboten mit ausführlichen Informationen zur Historie des alten Gemäuers. Ein Spaziergang um das alte Kloster lohnt sich allemall, allein schon wegen der vielfältigen und wunderschönen Ausblicke über Täler und Hügel und entlang eines munter sprudelnden Flüßchens.

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Nach einem kleinen Rundgang um das Kloster fahren wir weiter nach Wexford. Eine hübsche Hafenstadt, direkt an der irischen See mit vielen alten Häusern aber auch sehr modernen Geschäften. Die Innenstadt und der Hafen sind weihnachtlich geschmückt. Wir landen natürlich direkt im Feierabendverkehr, es herrscht ein ziemliches Chaos auf den Straßen und wir kommen nur im Stop-and-Go-Tempo voran. Gegenüber des Hafens sticht uns der Name eines Restaurantes ins Auge. “The Potatoe Market”.

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Hier müßte mein lieber Mann doch bestimmt zu seinem Recht kommen, er ist nämlich ein sogenannter Kartoffelfreak!

Auch in Irland ist das Rauchverbot durchgesetzt worden und so rauchen wir draußen eine Zigarette, bevor wir das Lokal betreten. Selbstverständlich werfen wir unsere Kippen nicht einfach achtlos auf die Straße (das kann hier sehr sehr teuer sein), sondern entsorgen sie ordnungsgemäß in einen der vorgesehenen Behälter, die hier allenthalben an den Straßenrändern für Süchtige aufgestellt sind.

Aber von wegen große Auswahl an Kartoffelgerichten! Hier gibt es alles, was es woanders auch gibt, aber zum Leidwesen meines Gatten wenig Kartoffelangebote. Dafür bekommt er eine riesige Salatportion mit Unmengen von dicken Kartoffelbreikugeln, und wir Fisch- und Fleischvertilger kommen hier auch völlig zu unserem Recht, denn es wird nicht nur Lammfleisch angeboten. Die Zeit des Wartens auf die Speisen verkürzen wir uns dadurch, in dem wir mit dem freundlichen Kellner ein Ratespiel veranstalten. Ein hübscher, junger Mann, der nicht gerade wie ein typischer Ire aussieht, und der sich einen Spaß daraus macht, uns sein Herkunftsland erraten zu lassen. Zum Schluß malt er uns einige Dreiecke auf eine Serviette und freut sich, als wir Ägypten sagen.

Gut gestärkt begeben wir uns zu Fuß in die Innenstadt Wexfords. Die Fußgängerzone erreichen wir durch einen schmalen, engen und dunklen Durchgangstunnel. Schnell landen wir im Penneys Textildiscounter. Auf Anhieb finde ich einen schicken Pullover für meinen Lieblingsmann und für mich einen superkuscheligen Schlafanzug. Auch die Kinder stöbern quer durch das Geschäft und finden einige schöne Sachen für sich. Als wir aus dem Laden treten, sind wir alle vollgepackt mit Tüten und Taschen. Inzwischen ist es auch schon recht spät geworden und der Parkschein müßte abgelaufen sein. Einstimmig beschliessen wir, für heute erst einmal Schluß zu machen mit der Besichtigungstour, denn es ist auch schon stockdunkel so dass man von der Gegend sowieso nichts mehr sieht. Wir werden es uns heute abend auf der Burg gemütlich machen und vielleicht zusammen etwas spielen.

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