Reisefieber - Irland 6
Mittwoch 17.12.2008
Die Sonne blinzelt durch das Fenster und hat mich geweckt.
Mit bester Laune stehe ich auf und serviere meinem Ehegesponst das Frühstück. Weil die Kinder gestern Nacht nach unserem gemütlichen Beisammensitzen weiter ihre Umzugskartons ausgeräumt haben, schlafen sie heute Morgen wohl etwas länger. Nach dem Frühstück gehen wir beide mit Fotoapparat gerüstet nach draußen um die Burg von außen und die nähere Umgebung genauer zu inspizieren. Es ist sehr mild, wohl um die zwölf Grad und im Sonnenschein werden wir sicher einige schöne Fotos machen können.
Wir staunen nicht schlecht, als wir verschiedenste tropischen Pflanzenarten (Palmen, Hibiscus, u. a. - ich bin da nicht unbedingt die botanische Fachfrau) zwischen heimischen Gewächsen entdecken können. Allein die Zufahrt zur Burg, eine schöne Allee, ist ungemein beeindruckend. Die Burg selbst steht so hübsch eingebettet in einem großen parkähnlichen Gelände, und ich bin etwas enttäuscht, weil ich meinen Eindruck und mein Empfinden so gar nicht auf ein Bild bannen kann. An das Grundstück angrenzend befindet sich hügeliges Weideland, eingezäunt durch bewachsene Wälle (das hatte mir der Mitreisende in der Bremer Abflughalle bereits vorausgesagt!), wo enorm viele Schafe grasen mit wollweißem Kuschelfell, schwarzen Köpfen und Hängeohren, schwarzen oder schmutzigen (?) dürren Beinchen und kurzem dicken Stummelschwanz (oder wie auch immer das Körperteil bei Schafen so genannt wird - von Zoologie verstehe ich eben auch nicht so viel). Alle Schafe haben ein himmelblau markiertes Hinterteil - was das wohl zu bedeuten hat?!
Auf dem hinteren Grundstück befinden sich einige Gebäude in der eine Rinderzucht untergebracht ist. Die sehen wir uns aber jetzt nicht genauer an. Dafür aber die alte Wassermühle, die ebenfalls zum Anwesen gehört und zur Zeit wohl restauriert und renoviert wird. Das Mühlrad sieht noch ganz intakt aus, wird aber zukünftig nur noch das Gebäude zieren und nicht mehr zur Erzeugung irgendwelcher Produkte angetrieben.
Die alten Mühlsteine sind im Grenzwall des Weges eingestellt
und ein Flüßchen plätschert munter am Gebäude vorbei. Es ist sehr idyllisch hier.
Wir haben alles, was wir interessant und schön finden fotografiert, bis die Batterien der Kamera ihren Geist aufgeben. Schade, aber was nun kommt müssen wir uns eben gut einprägen. Aber vielleicht schaffen wir es ja, die Fotos an einem anderen Tag nachzuholen, wenn die Akkus wieder aufgeladen sind.
Den Nachmittag verbringen wir wieder mit Lesen, Schmökern und Karten spielen. Hier sind recht viele alte und m. E. auch wertvolle Bücher aus den letzten Jahrhunderten zu bestaunen, die aber nur mit äußerster Vorsicht berührt werden dürfen. Man muß befürchten, dass sie sonst zerfallen.
Abends hat unser Junior für uns alle ein leckeres Essen zubereitet und danach haben wir gemeinsam ein paar gemütliche Stunden vor dem Kaminfeuer verbracht.