Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Reisefieber - Irland 5

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit — Dora um 6:35 pm am Montag, Dezember 29, 2008

Dienstag 16.12.2008

Heute morgen haben wir erst einmal alle lange ausgeschlafen und entsprechend spät, dafür aber ausgiebig gefrühstückt. Diesen Tag wollen  wir es ruhig angehen lassen. Draußen nieselt es und das Wetter lädt nicht unbedingt zum Spazierengehen ein. Meine Schwiegertochter nimmt mich zum Einkaufen mit in den nächst gelegenen Ort, Fethard on Sea, und so habe ich den Supermarkt hier in der Nähe (”Londrey`s”) kennengelernt. Wir haben hier alle notwendigen Dinge für Haushalt und Verköstigung besorgt. Leider ist die Frischfleischtheke ziemlich leer gefegt wegen des derzeitigen Futtermittelskandales. Dioxin verseuchtes Fleisch kann natürlich niemandem angeboten werden. Wenn es überhaupt frisches Schweine- oder Rindfleisch gibt, ist das aus dem Ausland eingeführt. Aber Lammfleisch gibt es in Hülle und Fülle.

Nach dem Einkauf sehen wir noch nach einem passenden Tannenbaum für Weihnachten, aber leider finden wir hier keinen geeigneten, nur kleine breite oder lange Hungertannen. Auf der Rückfahrt zur Burg schauen wir bei Dolores im Blumenladen rein. Dolores hat keine Tannen im Angebot, dafür aber einen Tipp: in Saltmilles würden wir bestimmt den richtigen Baum finden. Gern nehmen wir ihren Rat an, ebenso ihren Hinweis, das am kommenden Freitag ein Weihnachtsbasar in Ramsgrange stattfindet. Wir kaufen ihr noch eine hübsche Topfblume ab, klönen noch ein bißchen mit ihr und fahren nach Hause.

Den Nachmittag verbringen wir auf der Burg. Die Kinder wühlen sich durch die restlichen unausgepackten Umzugskartons und wir beiden Alten vertreiben uns die Zeit mit Lesen und spielen Karten. Inzwischen regnet es heftig und der Wind pfeift ganz ordentlich um das Haus.

Am Abend wollen wir gemeinsam Essen gehen bei “Neville`s”, dem derzeitigen Stammrestaurant unserer Kinder. Leider hat Neville seinen Laden bereits geschlossen als wir dort ankommen. So fahren wir weiter nach Duncannon um uns an Barfood zu ergötzen. Auch hier ist die Essensauswahl durch die Futtermittelvergiftung stark eingeschränkt. So weichen wir aus auf Fisch, Lamm, Salat und Kartoffeln. Da Kartoffeln das Hauptgrundnahrungsmittel der Iren sind (ähnlich wie bei uns Friesen) bekommt man hier allenthalben massenhafte Kugeln aus Kartoffelbrei zu den Mahlzeiten serviert. Und was mich wundert ist, dass die Fenster der Restaurants mit Rollläden zugemacht sind, damit niemand von außen hineinsehen kann. So ist von draußen kaum erkennbar, ob ein Laden geöffnet oder geschlossen hat, man muß schon genau hinsehen und gucken ob irgendwo eine Tafel steht mit dem Hinweis “open” oder mit Speiseangeboten.

Und das erste original irisch eingeschenkte Guinness hat meinem Göttergatten köstlich geschmeckt.

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