Reisefieber - Irland 2
Montag 15.12.2008
Wir fliegen heute von Bremen nach Dublin. Nachdem wir gemütlich gefrühstückt, die Mieze versorgt, Blumen gegossen und die letzten Sachen ins Handgepäck verstaut haben kommt unsere Tochter mit Enkel Emil um uns von zu Hause zum Flughafen nach Bremen zu kutschieren. So geht es für uns schon einmal bequem und unterhaltsam los. Emil ist ein wahrer Sonnenschein und sein herzhaftes Lachen steckt die gesamte Gesellschaft mit Heiterkeit an.
Nachdem wir überpünktlich in Bremen angekommen sind, haben wir Gelegenheit, gemeinsam noch einen Kaffee zu trinken und Emil bekommt seine Mittagsmahlzeit, die er ohne Murren und Theater restlos verputzt. Danach begleiten wir Mutter und Sohn noch zum Auto, verabschieden uns und winken, bis sie nicht mehr zu sehen sind.
Wir beiden Reisenden bewegen uns zum Check-in um die Koffer aufzugeben. Bei der Zollkontrolle werden wir ohne Beanstandungen durchleuchtet, wir haben vorher peinlichst darauf geachtet, keine “verbotenen Sachen” an uns zu tragen. Es piepst nichts und wir sind froh, dass alles glatt geht. Dann werde ich aber doch von einem Kontrolleur gebeten, meine Handtasche zu öffnen und die Feuerzeuge abzugeben. Eines pro Raucher darf im Handgepäck mitgeführt werden und so muß jetzt zwei abgeben und unterschreiben, dass ich freiwillig auf eine Herausgabe verzichte. Zu blöd, denke ich, hätte ich den Flieger denn damit in die Luft sprengen können?
Jetzt müssen wir durch die polizeiliche Paßkontrolle. Ich frage mich allmählich, warum wir bis hierher schon drei mal unsere Ausweise vorlegen müssen. Schließlich wollen wir nur von einem in ein anderes EU-Land. Kurz vor dem Abflug kommt ein Angestellter der Airline zur weiteren Paß- und Flugscheinkontrolle durch die Reihen der wartenden Fluggäste. Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Vor dem Einsteigen in den Flieger wird der Ausweis noch einmal eingesehen. Nun ist es aber genug mit Kontrolle - oder?
Wir sitzen endlich im Flieger und 25 Minuten nach der geplanten Abflugzeit hebt die Maschine vom Boden ab. Ein kleines Kind, das bereits stundenlang im Bremer Flughafengebäude laut geweint hat, beruhigt sich endlich nach einer halben Stunde Flugzeit. Etliche Passagiere fühlten sich durch das anhaltende Heulen erheblich genervt und konnten sich entsprechender Kommentare dazu nicht enthalten. Für die betroffenen Eltern ist die Situation bestimmt nicht einfach, zumal sie aus unmittelbarer Sitzplatzumgebung nicht gerade nette Worte vernehmen müssen, denn plötzlich wird der Flieger durch heftige Turbulenzen ordentlich durchgeschüttelt und das laute Brüllen des Kindes setzt wieder ein.
Eineinhalb Stunden Flugzeit mit Rückenwind und wir landen pünktlich in Dublin. Wieder müssen wir unseren Ausweis vorzeigen, um endgültig das OK zum Betreten irischen Bodens zu erhalten. Das ist dann auch tatsächlich für uns an diesem Tag die letzte Kontrolle. Wir sind doch sehr erstaunt, wie groß der Flughafen Dublin ist. Ich glaube, bis zur Kofferausgabe sind wir bestimmt vom hinteren Ende des Gebäudes aus mindestens eine viertel Stunde gelaufen. Als wir beim Band 5 ankommen, können wir schon kurz darauf unsere Koffer in Empfang nehmen und uns zum verabredeten Treffpunkt begeben, den wir mit unseren Gastgebern ausgemacht hatten. Wir brauchen uns dort auch nicht lange umzuschauen, da werden wir schon entdeckt und auf das herzlichste begrüßt von unserem Sohn. Ist das eine Freude!
Wir werden von unserem Sohn abgeholt und brauchen uns nicht um die Anreise zum Feriendomizil zu kümmern. Einfach toll! Aus Dublin mit dem Auto herauszukommen ist besonders während der Rush-hour ziemlich zeitaufwendig, weil derzeit das Autobahnnetz ausgebaut wird. Durch die vielen Baustellen und dem einsetzenden Feierabendverkehr kommen wir nicht gerade zügig voran. Für uns hat das aber den Vorteil, dass wir uns so einen ersten Eindruck von der Stadt im Lichterglanz und ganz besonders vom Linksverkehr verschaffen können, den wir anfangs doch als sehr gewöhnungsbedürftig betrachten. Wir fahren in Richtung Waterford und danach endet auch die Autobahn bzw. die gut ausgebaute und breite übersichtliche Straße. Ab hier fahren wir über ziemlich schmale Asphaltstraßen. Rechts und links am Straßenrand befinden sich überall hohe Hecken oder Steinwälle, im Dunkeln kann man das nicht so genau unterscheiden. Die Straßen sind teilweise so eng, dass man doch sehr vorsichtig fahren muß, um entgegenkommenden Fahrzeugen gebührend auszuweichen. Außerdem sind die Strecken hier gefühlsmäßig kurvenreicher als Serpentinen im Gebirge. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt.
Nach circa zweieinhalb Stunden Fahrzeit sind wir am Ziel angekommen: Dungulph Castle,
eine hübsche kleine alte Burg im Grünen, davor eine tolle Allee als Auffahrt und mit einer riesigen Gartenanlage, wo sogar Palmen wachsen. Unglaublich! Nachdem wir die Allee entlangfahren tritt nach einer Wegbiegung plötzlich diese Burg ins Blickfeld mit weihnachtlich geschmückten Fenstern und Dachzinnen zwischen den hohen alten Bäumen. Ein phantastischer Anblick. Wir kommen aus dem Staunen nicht wieder heraus. Unsere Schwiegertochter öffnet die Burgtür, umarmt und begrüßt uns herzlichst und bittet uns ins Haus. Ist das eine Freude! Jetzt kann der Urlaub wirklich beginnen.