Spinat als Leibgericht?
Heute vormittag durften Oma und Opa auf den gerade mal ein Jahr alt gewordenen Emil aufpassen, weil seine Mama einen längeren Friseurtermin hatte. Die Großeltern haben sich riesig darüber gefreut, denn nichts macht mehr Spaß, als das niedliche kleine Kerlchen zu betüddeln und umsorgen. Leider hat Emil sich zur Zeit tüchtig erkältet, er hustet und der Rotz läuft ihm ununterbrochen aus der Nase. Ein bißchen fiebrig ist er wohl auch. Trotzdem hat er gleich losgelegt, seine Spielkiste mit Opa zusammen ausgeräumt und Luftballons durch die Küche geflippt.
Damit seine Mama es zum Mittag ein bißchen bequemer hat, hat Oma in der Zwischenzeit Spinat mit Salzkartoffeln und Eiern gekocht. Emils Mama mochte schon immer gern Spinat essen, Emils Onkel genauso, also ist die Oma davon ausgegangen, dass Emil auch gern Spinat isst. Und weil das als leichte Kost gilt, gerade wenn jemand etwas unpässlich oder krank ist, schien diese Speise wohl auch als Mittagessen zu passen.
Aber hier hatte Oma wohl die Rechnung ohne den Emil gemacht. Opa, Oma und Mama haben ordentlich Spinat gegessen, aber Emil hat gleich den ersten Löffel davon seiner Mama abgenommen und durch die Küche fliegen lassen, der zweite Versuch endete mit dem bilderbuchhaften brrrrr in alle Richtungen und der nächste Löffel voll wurde wieder aus dem Mund herausgeholt und durchs Gesicht und in die Wäsche verteilt. Na, das war also nichts mit der gut gemeinten leichten Kost. Und die Oma fragt sich nun, lag es am Rezept oder vielleicht doch an Emils Unpäßlichkeit? Schließlich hat Emil vor ein paar Wochen auch den Wurzeleintopf von ihr restlos und ohne mit der Wimper zu zucken ratzekahl aufgegessen. Ein neuer Versuch in absehbarer Zeit wenn es dem kleinen Emil wieder besser geht, wird die Angelegenheit klären.