Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Alt hilft Jung

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Mitmenschliches — Dora um 8:53 pm am Samstag, Mai 31, 2008

In unserer hiesigen Regionalzeitung habe ich einen Beitrag über “Leselernhelfer” gefunden. Das sind Menschen, die Kindern im Grundschulalter ehrenamtlich helfen, Lesen zu lernen. Das hat mich doch sehr daran erinnert, wie es war als meine eigenen Kinder noch die Grundschule besuchten. Lang lang ist es her! Aber ich weiß noch, daß bei uns zu Hause so manches “lernschwache” Kind spielerisch Unterstützung zum Lernen bekam. Einige Spiele zum Rechnen und Lesen lernen, für Konzentrationsübungen, zum Kennenlernen der Welt und der Natur habe ich noch in einer Kiste auf dem Dachboden. Weil ich früher im Elternrat der Schule recht aktiv war, wurde mir im Rahmen von (Zeugnis-) Konferenzen bekannt, welche Jungen oder Mädchen in der Klasse meiner eigenen Kinder Lernschwierigkeiten hatten. So haben meine Kinder die anderen aus ihrer Klasse einfach mit nach Hause gebracht und wir haben gemeinsam mit ihnen Hausaufgaben gemacht, für Klassenarbeiten geübt und nebenbei “Lernen” gespielt. Die einzigen Tränen, die dabei schon mal geflossen sind, waren Folgen vom Lachen, weil es uns allen zusammen viel Spaß gemacht hat. Selbstverständlich waren die Aktionen mit den entsprechenden Eltern abgesprochen, die ihren Kindern aus den verschiedensten Gründen nicht selbst helfen konnten. Und das schönste Ergebnis war, daß wir manch einem kleinen Wesen eine Ehrenrunde zumindest in den ersten Klassen ersparen konnten.

Ich habe mir überlegt, diese Idee wieder aufzugreifen, sobald ich in Rente bin und wieder mehr freie Zeit habe. Solange ich nicht zu den Alten gehöre, die auf Hilfe angewiesen sind, kann ich ja erstmal den Jungen helfen und ganz nebenbei auch Spaß haben und etwas Sinnvolles machen. Kindern beim Lernen zu helfen ist eine dankbare Aufgabe meine ich, denn ich habe noch nie ein Kind erlebt, daß nicht von sich aus neugierig und wißbegierig ist und die Welt verstehen möchte. Außer Liebe zu Kindern, ein wenig Geduld und Kreativität braucht es nicht viel mehr, um kleinen Menschen ein Stück weit zu zeigen, wie man sich Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten aneignen kann.

Vielleicht habe ich mit diesem Beitrag ja noch ein paar weitere Seniorinnen und Senioren auf den Geschmack gebracht, Lernomi oder Lernopa für kleine Nachwuchstalente zu werden. Wäre doch wirklich eine feine Sache. Einfach mal Kontakt mit der nächsten Grundschule oder Eltern aus der Nachbarschaft aufnehmen und sich im Alter nicht von der Gesellschaft ausgrenzen sondern neue soziale Kontakte knüpfen und sich selbst mit seinen Erfahrungen und seinem Können einbringen. Los geht`s, auf zu neuen guten Taten!