Helfen statt Miete zahlen
In England wird eine tolle Wohnform in Gemeinschaft von Jung und Alt praktiziert. Das heißt, Senioren, die allein in einem großen Haus oder einer großen Wohnung leben, weil die eigenen Kinder inzwischen ausgezogen sind oder der Partner verstorben ist, nehmen für eine befristete Zeit eine Studentin oder einen Studenten auf bzw. einen jungen Menschen der sich in einer Ausbildung befindet. Anstatt Miete zu zahlen, findet die Gegenleistung für den zur Verfügung gestellten Wohnraum in Form von Hilfsdiensten im Haushalt und / oder Garten statt. In der Regel wird pro Quadratmeter Wohnfläche eine Stunde Hilfe angerechnet, hinzu kommt allerdings noch eine Nebenkostenpauschale für Wasser, Strom und Heizung.
Dieses Wohnmodell findet jetzt auch bei uns in Deutschland immer mehr Anklang, besonders in Wohngegenden mit hohen Mietpreisen oder in Universitätsstädten. Wenn ein junger Mensch gerade von zu Hause ausgezogen ist und nur über ein geringes Haushaltsbudget verfügen kann, ist das eine preiswerte Alternative für ihn zum Wohnen. Er muß allerdings willens und in der Lage sein, mit einer fremden älteren Person unter einem Dach zu leben. Das kann dann für beide Seiten sehr vorteilhaft sein, denn als junger Mensch fühlt man sich nicht so allein in einer fremden Stadt und ein alter Mensch weiß die Hilfe im Haushalt zu schätzen. Für beide können sich diese neuen Bekanntschaften persönlich sehr positiv entwickeln und beide können voneinander auch auf zwischenmenschlicher Ebene profitieren, vorausgesetzt, gegenseitige Akzeptanz und Toleranz sind vorhanden. Wechselseitiges Geben und Nehmen kann beiden Parteien zu neuen und interessanten Ideen und Taten inspirieren. Und ganz bestimmt fördert diese Form des Zusammenlebens das Verständnis füreinander zwischen den Generationen.