Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Helfen statt Miete zahlen

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Mitmenschliches — Dora um 9:38 pm am Montag, April 21, 2008

In England wird eine tolle Wohnform in Gemeinschaft von Jung und Alt praktiziert. Das heißt, Senioren, die allein in einem großen Haus oder einer großen Wohnung leben, weil die eigenen Kinder inzwischen ausgezogen sind oder der Partner verstorben ist, nehmen für eine befristete Zeit eine Studentin oder einen Studenten auf bzw. einen jungen Menschen der sich in einer Ausbildung befindet. Anstatt Miete zu zahlen, findet die Gegenleistung für den zur Verfügung gestellten Wohnraum in Form von Hilfsdiensten im Haushalt und / oder Garten statt. In der Regel wird pro Quadratmeter Wohnfläche eine Stunde Hilfe angerechnet, hinzu kommt allerdings noch eine Nebenkostenpauschale für Wasser, Strom und Heizung.

Dieses Wohnmodell findet jetzt auch bei uns in Deutschland immer mehr Anklang, besonders in Wohngegenden mit hohen Mietpreisen oder in Universitätsstädten. Wenn ein junger Mensch gerade von zu Hause ausgezogen ist und nur über ein geringes Haushaltsbudget verfügen kann, ist das eine preiswerte Alternative für ihn zum Wohnen. Er muß allerdings willens und in der Lage sein, mit einer fremden älteren Person unter einem Dach zu leben. Das kann dann für beide Seiten sehr vorteilhaft sein, denn als junger Mensch fühlt man sich nicht so allein in einer fremden Stadt und ein alter Mensch weiß die Hilfe im Haushalt zu schätzen. Für beide können sich diese neuen Bekanntschaften persönlich sehr positiv entwickeln und beide können voneinander auch auf zwischenmenschlicher Ebene profitieren, vorausgesetzt, gegenseitige Akzeptanz und Toleranz sind vorhanden. Wechselseitiges Geben und Nehmen kann beiden Parteien zu neuen und interessanten Ideen und Taten inspirieren. Und ganz bestimmt fördert diese Form des Zusammenlebens das Verständnis füreinander zwischen den Generationen.

Vorfreude auf Urlaub

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit — Dora um 8:47 pm am Samstag, April 19, 2008

Ab nächsten Donnerstag sind wir nicht mehr dem Altagsstress ausgesetzt. Wir sind “reif für die Insel”, wie man so schön sagt und fliegen auf die Sonneninsel Teneriffa. Dort werden wir eine Weile bei lieben uns sehr nahestehenden Menschen verbringen. Wir freuen uns riesig auf das Wiedersehen, die Sonne, den Strand, das Wandern und die herrlichen Abende in gemütlicher Runde draußen im lauen Lüftchen und bei anregenden Gesprächen. Das wird Erholung pur!

Aber bevor es losgeht, gibt es noch einiges vorzubereiten. Neben dem Kofferpacken müssen wir dafür sorgen, daß sich jemand während unserer Abwesenheit um unsere uralte Miezekatze kümmert, die Blumen gießt, den Rasen mäht und natürlich Post, Zeitungen und unendlich viele Reklameprospekte aus dem Briefkasten holt. Dann steht mir noch ein Behördengang bevor und auf meiner Arbeitsstelle müssen terminliche Aufgaben für die Kollegen vorbereitet werden.

Dieses Mal haben wir wahnsinniges Glück, denn wir werden sogar von zu Hause abgeholt und zum Flughafen gefahren. Auch vom Zielflughafen werden wir höchstpersönlich in unser dortiges Domizil kutschiert. Wir brauchen uns um nichts zu kümmern, alles ist bestens für uns organisiert worden. Damit geht das Verwöhnen lassen gleich von Anfang an los. Das nenne ich “Urlaub pur!” Und das beste ist, daß ich bisher immer in der Lage war, direkt bei Antritt der Reise alle Gedanken an zu Hause und die Arbeit schlagartig abzuschalten. Ich hoffe, daß mir das dieses Mal auch gelingt. Dann kann nichts mehr schief gehen und einem wunderbaren Urlaub steht nichts mehr im Wege.

Schicksale

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Pflege, Mitmenschliches — Dora um 9:30 pm am Dienstag, April 15, 2008

Im Kreise meines unmittelbaren Umfeldes muß ich gerade erleben, was es bedeutet, alt und krank zu sein. Zwei liebenswerte Menschen verfallen von Tag zu Tag mehr, gekennzeichnet durch ihre Krankheiten. Der eine ist durch ein körperliches Gebrechen innerhalb weniger Wochen vom großen, kräftigen und lebenslustigen Menschen zu einem kläglichen Häufchen Elend ausgezerrt und kraftlos geworden, der andere verliert nach und nach seine Menschenwürde und Selbstbestimmung durch Orientierungslosigkeit und Vergeßlichkeit. Wie verletzlich und endlich ein Menschenleben ist, wird mir hier gerade täglich aufgezeigt. Und ich empfinde dabei eine ausgeprägte Hilflosigkeit und Traurigkeit.

Erst vor ein paar Tagen habe ich noch darüber nachgedacht, wievielem Streß ich doch zur Zeit ausgesetzt bin. Vor lauter Arbeiten hatte ich mich selbst ganz vergessen und persönlich wichtige Termine verpaßt. Ich habe mir fest vorgenommen, etwas netter zu mir selbst zu sein, damit es mir gut geht. Denn nur dann kann ich auch meinen Mitmenschen eine Stütze sein. Es ist völlig sinnlos, sich selbst immer wieder zurückzunehmen. Das kann krank machen und hilft niemandem.

Und gerade jetzt, wo ich die beiden kranken Menschen in meinem Umfeld erlebe, wird mir besonders deutlich, wie wichtig es ist, jetzt und hier das Leben angenehm zu gestalten, mit allen Sinnen zu erfassen, jeden Augenblick zu geniessen und jede Sekunde als Geschenk anzunehmen. 

 

Brillensammelaktion

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Pflege, Mitmenschliches — Dora um 3:36 pm am Mittwoch, April 9, 2008

Brillensammelaktion – in 10 Jahren über 90 000 BrillenPressemitteilung vom 07.04.2008 (openPR)

Seit Unterstützung der Aktion „Lunettes sans Frontiere” Brillen ohne Grenzen mit der deutschen Homepage Brillensammelaktion.de wurden über 90 000 Brillen und über 200 Hörgeräte, seit dem 1.6.1997 gesammelt.

Diese Sammelaktion wird für das katholische Blindenhilfswerk durchgeführt.

Noch dieses Jahr wollen wir die Zahl 100 000 erreichen, sagt der Organisator der Sammelstelle Gerhard Menje aus Ebersberg bei München.

Viele haben doch zu Hause mehrere Brillen herumliegen, die gar nicht mehr benutzt werden, weil sie vielleicht nach unseren Maßstäben unmodern geworden sind oder die Dioptrinstärke nicht mehr ausreicht. Mit genau diesen Brillen kann jedoch noch tausenden von sehbehinderten Menschen weltweit geholfen werden.

Das besondere daran ist dass man hier mit einfachsten Mitteln und auch ohne Geldspenden großartige Hilfe leisten kann.

Gesammelt werden:

• Brillen in gutem Zustand

• Sonnenbrillen

• Brillengestelle in gutem Zustand

• saubere Brillenhüllen

• Brillengläser im Rohzustand

• Hörgeräte

• Sonnenfinsternisschutzbrillen

Wer nicht mehr gebrauchte Brillen besitzt oder gesammelt hat schickt, per einfachem Paket, bitte nur entsprechend frankiert, an folgende

Anschrift:

 

Gerhard Menje

Aktion “Lunettes sans Frontière”

Wallbergstr. 6 c

85560 Ebersberg

Fon 08092 / 853845

Fax 08092 / 853850

Brillensammelaktion@web.de

Die Brillensammelaktion “Lunettes sans Frontiere” (Brillen ohne Grenzen) ist eine Brillensammelaktion in Zusammenarbeit mit dem katholischen Blindenwerk e.V. in Frankfurt am Main. Die Homepage www.Brillensammelaktion.de wurde am 1.6.1997 von Gerhard Menje initiert. Die Aktion ist unbefristet und Brillen werden immer und jederzeit angenommen. Außerdem ist sichergestellt, das keinerlei kommerzielle Absichten damit verbunden sind. Die Sammlung und die Weitergabe der Brillen an Bedürftige erfolgt absolut kostenfrei.

Belastungen

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Pflege, Krankheiten, Mitmenschliches — Dora um 9:55 pm am Sonntag, April 6, 2008

Der Umgang mit dementen Menschen ist wirklich schwierig. Das habe ich heute wieder einmal in besonderem Ausmaß erleben können.

Seit ungefähr einem Jahr hat sich bei Else (Name frei erfunden), die in diesem Jahr noch ihren 80. Geburtstag feiern wird, die Demenz manifestiert. Seit dem Zeitraum unterstütze ich sie gemeinsam im Wechsel mit einer anderen Person bei der Körperpflege, beim Einkaufen, bei der Versorgung mit Essen und Trinken, der Erledigung von kleinen Bankgeschäften, bei Arztbesuchen, beim Medikamente stellen, um saubere Wäsche kümmern, und was sonst alles so anfällt. Es ist nicht so, daß sie es körperlich allein nicht mehr schaffen könnte. Sie vergißt eben das eine oder andere, manchmal auch Telefonnummern oder Verabredungen, obwohl alles auf etlichen Zetteln, Kalendern, Zeitungen, Fotos, Telefonbüchern usw. x-mal von ihr oder uns notiert wurde. Es kann z. B. sein, daß sie am Tag oder mitten in der Nacht anruft und nach der Telefonnummer von demjenigen fragt, bei dem sie gerade anruft. Oder sie möchte die Uhrzeit wissen (wie gerade eben passiert), oder stellt sonstige für einen gesunden Menschen banal oder unmöglich vorkommende Fragen.

Sonntags morgens helfe ihr ihr schon seit geraumer Zeit immer beim Baden und Haare waschen und nehme sie danach mit zu mir nach Hause. Wir essen zusammen Mittag und am Nachmittag unternehmen wir gemeinsam etwas. Abends bringe ich sie dann wieder in ihre Wohnung. Wir halten wegen ihrer Demenz möglichst immer das gleiche Ritual ab, damit sich der Ablauf bei ihr so besser einprägt. Trotzdem kann es passieren, so wie heute morgen, daß sie keine Lust dazu hat und sich lieber wieder ins Bett legen will. Dann hilft auch kein Reden, wenn sie nicht will, meint sie das Ernst und macht auch nicht ihre Tür auf. Allerdings ruft sie zwei Stunden später an und fragt, warum man denn böse mit ihr sei, sie würde doch so gern kommen, ob ich sie nicht doch abholen wolle. So geschehen heute morgen.

Der Hammer kam am Nachmittag beim Kaffee trinken. Da erzählte sie ganz stolz, daß sie einen Gärtner beauftragt hätte, der ihren Garten in Ordnung bringen sollte. Die Adresse hätte sie von einer ihrer Bekannten bekommen. Und der Gärtner, dem sie telefonisch den Auftrag erteilt hätte, würde auch gleich morgen schon kommen. Das Dumme ist, daß sie das Problem der Gartenpflege vorher mit mir besprochen hat und ich letzte Woche schon jemanden dafür engagiert hatte, weil sie mich darum gebeten hatte. Der sollte nach ihren Vorstellungen aber noch etwas warten und erst in ein paar Tagen kommen, weil sich das Rasen mähen noch nicht lohnen würde und die Gartenarbeiten sonst zu teuer würden. Jetzt stehe ich ganz schön dumm da und kann einem von beiden wieder absagen. Sie wollte wohl auch selbst dort anrufen, wußte aber weder die Namen von beiden, noch was sie mit den jeweiligen Personen genau abgesprochen hätte. Und überhaupt, wüßte sie eigentlich gar nicht, ob sie …???!

Mein lieber Herr Gesangverein, ich habe förmlich mein Blut in Wallung kommen spüren. Ich weiß ja, daß Demenz eine Krankheit ist, kann aber nie nachvollziehen, wann ist Vergeßlichkeit im Spiel oder wann nicht? Und das ganz besonders bei Else, die ich schon seit ewigen Zeiten sehr gut kenne. Ich muß mir gut überlegen, ob ich ihr bei Entscheidungen von Aufträgen noch einmal behilflich bin, denn wenn ein und derselbe Auftrag mehrfach vergeben wird, macht das nicht viel Sinn sondern nur Verdruß und mindestens einer der Auftragnehmer ist darüber genau so ärgerlich wie ich im Moment.

Morgen werde ich versuchen, die Sache mit dem Gärtner zu klären. Ich hoffe es gelingt mir. Aber gut geht es mir dabei nicht. Und Else hat jetzt auch wohl ein Problem. Nachdem ich sie nach Hause gebracht habe, hat sie schon fünf mal wieder hier angerufen und mir die Telefonnummer vom Gärtner durchgesagt, nach der Uhrzeit gefragt und mich aufgeklärt, was ich den beiden Gärtnern sagen soll.

Mir reicht es für heute, ich gehe jetzt schlafen.