Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Nacktschnecken

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Heim und Garten — Dora um 11:52 am am Donnerstag, Juli 12, 2007

Es gibt Wesen auf dieser Erde, die empfinde ich als völlig fehl am Platze - zumindest in meinem Garten. Sie sind nicht einmal nützlich als Nahrungsmittel für Igel oder Vögel. Sie sehen auch m. E. nicht besonders niedlich aus oder laden zum Streicheln ein. Ich könnte mir vorstellen, daß diese Kreaturen irgendwo im Dschungel oder Regenwald ihre Daseinsberechtigung hätten, denn weil es sie ja gibt, müssen sie ja für etwas sinnvoll sein. Aber in meinem Garten richten sie nur Unheil an. Sie fressen alle kleinen und großen Pflanzen an und auf, egal was ihnen vor ihr schleimiges Maul kommt. Am liebsten mögen sie Keimlinge jeglicher Art oder Dahlien, Dill, Kartoffelblätter und andere zarte blättrige Fasern. Das kann ich beim besten Willen hier nicht dulden. Leider trägt unser kühles und nasses Siebenschläferklima zum Ausbreiten dieser Geschöpfe erheblich bei. Besonders wenn es dunkel und naß ist, kriechen sie überall hervor und einige übermütige Schnecken schleimen sich sogar an der Terrassentür oder an den Scheiben des Wintergartens hoch. Das ist einfach zuviel des Guten!

Nun gibt es Leute mit guten Tipps, was man alles gegen eine Schneckenplage tun kann: Schneckenkörner auslegen, mit Bier gefüllte Gefäße aufstellen, die Tiere mit Salz bestreuen und viele andere “gute” Ratschläge mehr. Aber einige Hinweise finde ich gehören in die Kategorie Tierquälerei oder sind mir zu umständlich. Ein ehemaliger Kollege hat mir mal gesagt, er würde seinem schlimmsten Feind einen Eimer Nacktschnecken in den Garten kippen. Aber solche Feinde habe ich zum Glück nicht und darum kann ich diese Viecher auch nicht auf eine derartige Weise entsorgen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, daß Schnecken keinen Partner brauchen, um sich geschlechtlich zu vermehren, jede Schnecke kann das mühelos selbst erledigen. Na, wenn ich mir die riesige Anzahl der sich jetzt hier tummelnden Schnecken vorstelle, und sich jede allein davon vielfach vermehrt, weiß ich genau, was mir im nächsten Jahr bevorsteht. Dagegen muß ich unbedingt was tun, sonst ist mein Garten bald kahlgefressen.

Um alle Nacktschnecken einzusammeln, wünsche ich mir eine Bergmannsleuchte. Damit kann man dann im Dunklen noch gut ausmachen, wo diese fressenden kleinen Monster überall schmatzend hocken oder auf der Suche nach neuer leckerer Beute herumkriechen. Sie werden dann in einen Behälter mit scharfem Essig eingelegt und sind dann in nullkommanix fein konserviert ohne langes Leiden. Anders weiß ich mir nicht mehr zu helfen. Wenn jemand ein humaneres Mittel kennt, kann er mir dies ja mitteilen.

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