Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Kochkünstler als Vorbild?

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit, Heim und Garten — Dora um 2:08 pm am Samstag, Juni 9, 2007

Wenn ich mich so vor meinem Fernseher von Sender zu Sender durchschalte, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, stosse ich unwillkürlich ganz bestimmt auf irgendeine Kochschau. Herrje, was die da so alles zaubern und besonders, was die alles für exklusive Zutaten vorrätig haben. Wie schnell und einfach alles geht und wie köstlich die Speisen angerichtet sind. Da kann man ja nur neidisch werden oder verzweifeln an dem eigenen Unvermögen, so einfach und geschwind mit so wenig Aufwand und immer blitzblanker Küche und selbstverständlich mit allen möglichen Gerätschaften total tolle Supergerichte zu kreieren und dann noch wie selbstverständlich mit dem dazu passenden Getränk zu kredenzen; und das jedesmal mit anderem speziellen Geschirr, erlesenem Kristall und ausgesuchtem Besteck.

Meine Güte, allein schon wenn ich mir überlege, was ich denn so kochen könnte, fällt mir erst gar nichts und dann wieder das Übliche ein. Manchmal, wenn ich ganz viel Lust zum Ausprobieren habe, koche ich etwas Neues nach Rezept oder nach den Zutaten, die ich sowieso vorrätig im Haus habe. Wenn ich etwas Außergewöhnliches essen möchte, lasse ich mich ohnehin gern in einem netten Restaurant bei schönem Ambiente verwöhnen, ohne vorher groß einkaufen zu gehen oder die Küche  in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Es sei denn, ich habe selber liebe Gäste. Dann schwinge ich freiwillig und sehr gern den Kochlöffel und produziere auch schon mal etwas Besonderes, von dem ich überzeugt bin, dass alle mein mit Liebe erzeugtes Essen mögen.

Ein unvergessliches Koch-Erlebnis hatte ich einmal mit einem Freund. Er hatte eine Flasche besonders guten Wein mitgebracht, den wir nach unserer gemeinsamen Koch-Produktion zum Essen trinken wollten, einer gefüllten Gans. Während der Bratzeit der Gans, platzte diese immer wieder auf und die Füllung quoll aus ihrem Bauch. Wir haben etliche Male wieder versucht, die Gans zuzustopfen, es ist uns nicht gelungen, und so haben wir die als Füllung vorgesehenen Zutaten eben als Beilagen serviert. Vielleicht lag das Mißgeschick mit der Füllung aber auch daran, dass wir zwei wie das Vorbild Alfredissimo Biolek, bereits während des Kochvorganges den Wein probiert und letztendlich vor Fertigstellung des Gerichtes verköstigt hatten. Auf jeden Fall hat die ganze Angelegenheit riesigen Spaß gemacht, aber die Küche sah anschliessend aus wie bei Hempels und nicht wie im Fernsehen, wo zum Aufräumen immer Sendeschluß ist.

 

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