Odyssee
Neulich hatten wir uns mit den Kindern abends spontan entschlossen, essen zu gehen. Die Frage war nur: wohin? Jeder hat so seine speziellen Vorlieben. Zwei von uns sind Möchtegern-Vegetarier, zwei essen für ihr Leben gern Fisch, einer nimmt vorzugsweise leichte Kost und ein anderer mag am liebsten etwas Deftiges und Kräftiges. Nichts desto trotz fanden wir dann ein entsprechendes Lokal heraus, in dem jeder sein Lieblingsgericht vorgesetzt bekommmen könnte - glaubten wir. Also auf ging es.
Zu unserem großen Pech war das von uns ausgewählte Gasthaus leider völlig überbelegt. Dort war eine sehr große Senioren-Gesellschaft fröhlich beisammen mit Gesang, der von einem Akkordeonspieler begleitet wurde. Das war nicht unbedingt unsere Musikrichtung und es waren auch nur noch sehr wenige Plätze frei. Wir hätten wahrscheinlich stundenlang auf das Essen warten müssen. Eine Alternative war schnell ausgemacht und wir begaben uns zu dem nächsten Restaurant. Dort angekommen, mußten wir enttäuscht zur Kenntnis nehmen, daß das Lokal aufgrund einer geschlossenen Gesellschaft uns keinen Einlaß gewähren konnte.
Weiter ging die Suche nach einem passenden Lokal. Es gibt in unserem Ort mindestens 50 Gaststätten und Restaurants, siehe unter http://www.varel.de/gastronomie.php, da sollte man doch annehmen, daß eine weitere Auswahl möglich sei. Also fuhren wir zu einem nächsten uns wohlbekannten Schlemmerort. Ein sehr gemütliches Restaurant mit tollem Ambiente und einem vielversprechenden Speisenangebot. Dummerweise war die Küche überfordert mit unserer kleinen Gruppe. Man teilte uns mit, daß sich noch eine größere Gruppe Gäste angemeldet hätte und das Personal sei damit voll ausgelastet. Hatten wir irgendeinen Makel an uns? War das eine Ausrede? Oder waren die Servicekräfte wirklich nicht in der Lage sich um weitere sechs Personen zu kümmern?
So schnell warfen wir die Flinte nicht ins Korn. Nach weiteren Abwägungen und intensivem Suchen nach einer Lösung für uns zum Essen wären wir letztendlich auch fast mit einer Imbißbude einverstanden gewesen. Als wir bei unserem Stammrestaurant vorbei kamen, mußten wir leider feststellen, daß auch dieses bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Leute standen zum Teil schon draußen an, um auf einen freien Tisch zu warten. Zu guter Letzt sind wir in einem mittelprächtigen Gasthaus gelandet, besser gesagt, gestrandet (Restaurant am Deich des Jadebusens). Das Essen war - na ja - wir sind satt geworden. Mit der Herstellung eines Alsterwassers waren die Bediensteten ein wenig überfordert, ich bekam ein Bier mit einem Krug Sprudel (Und das hier in unserer Gegend! Darf nicht wahr sein!).
Zum Trost sind wir anschließend noch in eine Kneipe zu einem uns bekannten Wirt gegangen, wo wir den irrwitzigen Abend gemütlich ausklingen lassen haben.
Das nächste Mal, wenn wir gepflegt essen gehen wollen, werden wir uns wieder artig irgendwo anmelden, wie wir es bisher auch immer gehalten haben. Dann ersparen wir uns eine Menge Zeit und Wege und wissen schon von vorn herein, daß es uns allen munden wird.