Kniffeln
Letztens abends haben wir seit langer Zeit wieder in lustiger Gesellschaft gespielt. Unsere großen Kinder waren zu Besuch da und hatten sich entschlossen, mit uns Alten einen Spiele-Abend einzulegen. Wir fanden die Idee wunderbar.
Nach wenigen Augenblicken stand fest, daß wir kniffeln wollten. Wenn man sich lange Zeit mit diesem Würfelspiel nicht mehr vergnügt hat, muß man sich erst mal wieder mit den Spielregeln vertraut machen. Aber wir waren schnell bei der Sache, zumal wir früher schon oft gemeinsam mit den Kindern gekniffelt hatten. Aus der Erinnerung heraus hatten wir fix die Spielregeln abgerufen und dabei gleich neue Zettel für die Auswertung erstellt. Um beim Umstülpen des Knobelbechers nicht so laut zu sein (damit der Nachbar nicht vom Sofa fällt), dämpften wir den Krach mit einer dicken Filzunterlage auf dem Tisch. Wir hatten einen Mordsspaß beim Knobeln. Niemand war beleidigt, wenn er als Verlierer der Runde feststand (früher war das manchmal dramatisch). Wer die wenigsten Punkte erreicht hatte, durfte zur Strafe eine Runde meines selbst erzeugten supersüßen und klebrigen Kirschlikörs einschenken.
Beim Spielen hatten wir überhaupt nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging. Ehe wir uns versahen, war es schon Mitternacht. In fröhlicher Stimmung (nicht nur wegen des Likörs) verabschiedeten wir uns und begaben uns zum Schlafen. Das war ein wirklich wunderschöner Abend.
Eines steht fest: gemeinsames Spielen ist gut für die Seele und für die grauen Zellen. Es dient den zwischenmenschlichen Beziehungen, trainiert das logische Denken und das Reaktionsvermögen.