Inspektion
Dienstagmorgen brachte ich meinen Hüddel (so nenne ich mein kleines Auto) zur Werkstatt. Die nächste Inspektion stand auf dem Plan. Kann ja nicht so schlimm sein, dachte ich.
Daß die Stoßdämpfer nicht mehr die besten waren, war mir eigentlich klar, aber was hat das mit der Inspektion zu tun? Als ich die Autoschlüssel im Werkstattbüro abgegeben hatte hieß es, der Wagen sei nachmittags fertig zum Abholen. Gegen 15.30 Uhr jedoch klingelte mein Telefon zu Hause und eine freundliche Stimme gab mir zu verstehen, daß die Ablaßschraube der Ölwanne meines Gefährtes ausgeleiert sei. Vorsorglich hätte man schon eine neue Ölwanne bestellt. Ja und die Stoßdämpfer seien auch hin. Die Stimme fragte mich, ob sie gleich die neuen Stoßdämpfer mit einbauen sollten oder vielleicht erst in einigen Wochen. Das Auto sei nun gerade mal vorne offen, und da wäre es doch sinnvoll, …. Zähneknirschend gab ich den Auftrag, gleich alles in einem Aufwasch zu erledigen. Als ich mich am nächsten Nachmittag nach dem Zustand meines geliebten Hüddels erkundigte, hieß es, es müsse noch …. Am Freitag könnte ich ihn dann wieder abholen.
Und tatsächlich, am Freitag war alles fertig und ich konnte mein Auto wieder mitnehmen. “Die Rechnung schicken wir Ihnen dann zu, sieht gut aus!” bekam ich mit einem äußerst komischen Grinsen nachgerufen. Und um noch eines draufzusetzen, gab der jüngste Sohn mir abends zu verstehen, daß im September der TÜV fällig sei. Ja bin ich denn Rockefeller oder gehe ich nur für das Auto malochen? Im Moment reicht es mir!
Dummerweise kann ich ohne Auto nicht arbeiten gehen, aber ohne Arbeit kein Auto unterhalten. Aber was erwartet man heute von den Leuten? Daß sie fürs Arbeiten mobil und flexibel sein sollen.
Wie widersinnig!