Stressbewältigung
Wer kennt das nicht? Tausend Dinge müssen auf einmal erledigt werden, am besten noch bis gestern. Wie der Teufel es so will, funktioniert ein Gerät gerade dann nicht, wenn man es dringend braucht, zwischendurch klingelt noch das Telefon und irgendjemand steht da und gibt einem mehr oder weniger freundlich zu verstehen, dass er hier und jetzt auf die fertige Sache wartet. Leider ist derjenige nicht der einzig Wartende und die Aufgaben häufen sich an, bis der Überblick verloren geht. Zu allem Überfluss findet man ein für die Erledigung wichtiges Teil gerade nicht. Wahrscheinlich hat man noch jemandem versprochen, seine Angelegenheit bis zu einem bestimmten Termin ganz bestimmt geregelt zu haben. Unerwartet sind noch viele Störungen oder überraschend weitere Arbeiten dazugekommen. Ein Kollege ist plötzlich krank geworden, dessen Aufgaben gleich miterledigt werden müssen, und NEIN sagen ist nicht möglich, weil … . Eine Horrorvision? Nein, vielen Menschen geht das so. Alle wollen alles auf einmal von einem und man weiß gar nicht mehr, was man zuerst erledigen soll oder wo einem der Kopf steht. Zu allem Unglück kommt man zu dem, was man eigentlich wirklich wollte und sich fest vorgenommen hat überhaupt nicht mehr. So etwas nennt man Distress, d. h. krankmachender, negativer Stress.
Das Gegenteil dazu ist Eustress, also positiver Stress. Dabei läuft man zur absoluten Hochform auf, weil man Spaß an seiner Aufgabe hat und nebenbei feststellt, dass man viel mehr leisten kann als man sich selbst je zugetraut hat. Man wächst sozusagen mit den Aufgaben über sich selbst hinaus. Wenn dann das Umfeld positiv gestimmt und eingerichtet ist, ehrliche Anerkennung nicht fehlt und eine übermäßig belastende Situation nur vorübergehend besteht, macht derartiger Stress nicht krank, sondern motiviert zu weiteren Taten.
Distress führt zu seelischen und körperlichen Erkrankungen. Lang anhaltende Überforderung unter Zeitdruck, konfliktreicher Umgang mit Mitmenschen (launische Partner, Kollegen, Vorgesetzte, u. a.), Lärm, ungesunde klimatische Verhältnisse, unterbrochene Arbeitsabläufe ohne geregelte Ruhepausen, sind nur einige Beispiele der Risiken für Distress.
Eustress dagegen mobilisiert die Lebensgeister. Unter Gegebenheiten wie einem positiven Umfeld, Übersichtlichkeit und Ordnung, geregelten Arbeitsabläufen und Pausen, gegenseitiger Anerkennung und Toleranz von freundlichen Mitmenschen, werden auch schwierigste Aufgaben ohne negative Auswirkungen gemeistert.
Menschen, die stets unter Druck in einem negativen Milieu arbeiten, sind hochgradig gesundheitsgefährdet, das gilt übrigens nicht nur für Berufstätige! Unter http://www.stress-abbau.com/resources/Mitarbeiter+Fragebogen.pdf habe ich einen sogenannten Stress-Fragebogen gefunden. Damit kann jeder für sich testen, ob er professionelle Hilfe zur Streßbewältigung benötigt, weil er vielleicht schon unter dem sogenannten “Burn-out-Syndrom” leidet oder ob bei ihm kein Handlungsbedarf besteht. Weitere Hinweise findet man unter den Webseiten der verschiedenen Berufsgenossenschaften, z. B. für Pflegeberufe http://www.bgw-online.de oder für Büroberufe http://www.vbg.de/praevention.