Generation Herbst

Alltagsszenen ab 58 plus

Haustiere gegen Einsamkeit

Abgelegt unter: Alle Beiträge, Freizeit, Mitmenschliches, Pflege — Dora um 12:18 pm am Dienstag, Mai 8, 2007

Eine Seniorin aus der Nachbarschaft geht täglich im Garten spazieren mit ihrem “Sohn”, einen graugetigerten Kater. Sie spricht mit ihm und zeigt ihm die Umgebung, erklärt ihm die Pflanzen, bestaunt mit ihm die Blüten und Gewächse und bespricht mit ihm ihren weiteren Tagesverlauf. Ab und zu neckt oder lobt sie ihn oder verspricht ihm die eine oder andere Leckerei. Das besondere daran ist, daß die Mieze nur an der Leine mit ihr in den Garten kommt. Im Haus dagegen darf der Kater herumtollen, wie er möchte. Sitzt auf dem Küchentisch beim Zeitung lesen, auf der Fensterbank zwischen den Topfpflanzen um zu schauen, was draußen so passiert, und schläft auf dem Sofa oder im Bett. Die Nachbarin lebt seit einigen Jahren allein, bekommt aber sehr oft Besuch von ihren Kindern. Damit ihr das Alleinsein nicht so schwer fällt, hat sie den Kater geschenkt bekommen. Früher hatte sie noch viel mehr Hausiere, und nebenbei kümmert sie sich immer noch ganz lieb um die Piepmätze im Winter und die Igel von Frühjahr bis Spätherbst. Sie sorgt dafür, daß alle genügend zu futtern bekommen.

Die Mieze ein ein echter Kommunikationspartner der alten Dame und vermittelt ihr das Gefühl, für jemanden verantwortlich zu sein und eine sinnvolle Aufgabe zu haben und hilft ihr über viele Stunden des Alleinseins hinweg. Der Kater schnurrt zufrieden auf ihrem Schoß, weil er alles kriegt, was er braucht und die Nachbarin hat immer jemanden, um den sie sich kümmern muß. Wenn bei Herumtollen des Katers mal ein Blumentopf von der Fensterbank fällt, guckt sie ihn scharf an und er huscht sofort aus dem Zimmer. Aber sie nimmt es ihm nicht krumm, macht alles wieder sauber und “verträgt” sich wieder mit ihm, streichelt sein weiches Fell und schon schnurrt er wieder behaglich.

Andere Leute aus der Nachbarschaft haben einen Hund, mit dem sie täglich Gassi gehen müssen. Diese Verpflichtung haben sich manche ganz bewußt aufgezwungen, um sich selbst ihre notwendigen Gehübungen zu verordnen. Wenn das Hündchen sein Geschäft nicht unbedingt vor meiner Auffahrt auf den Bürgersteig verrichtet, finde ich das auch ganz ok. Einmal habe ich jemanden dabei erwischt, wie er seinen Hund schnell von der Stelle wegzog, um unauffällig mit ihm zu verschwinden. Ich habe dem Hundehalter eine Mülltüte in die Hand gedrückt, um die Tretmine zu entfernen. Das war ihm sichtlich peinlich. Hunde sind oft auch gute Vermittler von neuen Bekanntschaften für die Halter. So unter Hundehaltern kommt man über den Hund schon mal zu neuen Kontakten mit anderen Leuten.

Es gibt allerlei kleine Tierarten, die sich dazu eignen, älteren Menschen ein lieber sozialer Partner zu sein, von Zierfischen im Aquarium bis zum Meerschweinchen oder Hamster. Jedes Tier hilft einsamen Menschen auf seine ganz eigene Art, das Alleinsein erträglicher zu gestalten. Aber bei der Anschaffung eines Haustieres muß immer bedacht werden, daß die Versorgung auch für den Zeitraum gesichert sein muß, wenn der alte oder einsame Mensch dies irgendwann nicht mehr leisten kann. 

Übrigens, auch in vielen Pflegeheimen vermitteln gerade Miezekatzen mit ihrer eigenen, ruhigen, schmusigen und verspielten Art den älteren Herrschaften Freude, Selbstvertrauen, Mut zur Kommunikation mit anderen, Harmonie und Zärtlichkeit, verbreiten gute Laune unter den Bewohnern und erheitern so manchen verbitterten Menschen.

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>