Jeder Mensch ein Organspender?
Eine Horrormeldung nach der anderen in den Nachrichten, jeden Tag viele neue, aber diese hebt sich für mich von den üblichen Mord- und Totschlagmeldungen deutlich ab und macht mir wirklich Angst.
Es ist ja nicht so, daß ich grundsätzlich gegen das Spenden von Organen wäre und eine ganze Zeit lang hatte ich auch ständig einen Organspenderausweis bei mir. Doch nachdem ich vor einigen Jahren etliche Meldungen von Mißbräuchen über die Medien erfuhr, habe ich den Ausweis vernichtet. Wenn ich ein oder mehrere Organe spenden möchte, will ich dazu im konkreten Fall selbt gefragt werden: z. B. bei der Hergabe einer Niere, Knochenmarks oder anderer Körperteile, ohne die ich trotz einer Spende mehr oder weniger gut weiterleben kann. Wenn ich aber eines Tages sterbe, möchte ich nicht, daß man mich ausschlachtet, wie ein altes Autowrack. Ich möchte so begraben werden, wie ich bis zum Schluß gelebt habe. Das erkläre ich hiermit ausdrücklich in aller Öffentlichkeit! Die einzige Ausnahme einer Organspende nach meinem Ableben wäre die Entnahme von Ersatzteilen für meine leiblichen Kinder und Enkelkinder, sofern die Organe ihnen direkt zu dem Zeitpunkt meines Todes ein besserwertiges Weiterleben ermöglichen. Über diese meine Verfügung darf sich kein Arzt und auch kein Angehöriger hinwegsetzen! Sollte ich meine Einstellung zu dem Thema zu irgendeinem späteren Zeitpunkt ändern, werde ich das schriftlich verfassen und diesen Zettel immer mit meinen sonstigen Papieren bei mir tragen.
Wenn, wie im “Deutschen Ärzteblatt” nachzulesen ist, 80 % der Bürger der Organspende positiv gegenüberstehen, aber nur 12 % einen Organspenderausweis besitzen, dann muß ich feststellen, daß die Aussagen der Mehrheit nicht mit ihrer tatsächlichen Meinung übereinstimmen. Viele Leute möchten sicherlich gern eine Spende in Anspruch nehmen, trauen sich aber nicht, sich zur Organentnahme verpflichten zu lassen (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28265). Das ist m. E. auch verständlich, wenn man sich in die Situation versetzt, z. B. nach einem schweren Unfall auf einer Intensivstation zu liegen und das eigene Schicksal anderen Menschen zu überlassen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch in so einem Fall überlegt man doch heute, daß sich vielleicht morgen doch noch alles zum Guten wenden könnte?! Wer entscheidet letztendlich über Leben und Tod? Wer möchte wirklich die Verantwortung dafür übernehmen?
Und was heißt eigentlich “nach dem Tod”?. Soweit ich informiert bin, muß der Hirntod von mehreren unabhängigen Ärzten festgestellt werden, um eine Organentnahme durchführen zu können. Dabei muß jedoch die Funktion des zu entnehmenden Körperteiles zumindest bis kurz vor der Transplantation aufrechterhalten werden. In den derzeitigen Berichten wird jeweils von Verstorbenen gesprochen. Was heißt das genau? Bedeutet das, daß eine Organspende nur abläuft, wenn man in einer Klinik verstirbt? Und warum kann man sich als Bürger nicht in einer zentral verwalteten Datenbank als möglicher Spender registrieren lassen, wenn man sich dazu fest entschlossen hat? Dann ständen den Kliniken vielleicht sogar mehr Organe zur Verfügung als sie bräuchten. Fragen über Fragen - und ich habe noch sehr viele mehr, aber das würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen.
Wer noch mehr über dieses Thema lesen möchte, kann unter dem folgenden Link noch nachschauen: http://news.google.de/?ncl=1104303518&hl=de