Höflichkeit - mangelhaft!
heute vormittag im Büro habe ich mich richtig geärgert. Ach nein, das ist zu milde ausgedrückt, ich war nämlich wütend über einige unverschämte Bemerkungen, die eine Gesprächspartnerin mir gegenüber am Telefon vom Stapel gelassen hat. Es ging darum, daß sie einige Unterlagen aus unserem Büro benötigte für den Steuerberater. Sie meinte, ich solle diese sofort in ihre Kanzlei bringen. Nach meinem Einwand, daß das im Augenblick aus betrieblichen Gründen nicht ginge (es ging wirklich nicht, weil meine Chefin und ich allein im Büro waren und reger Publikumsverkehr herrschte), bekam ich zur Antwort, daß ich das dann ja wohl in meiner Mittagsstunde erledigen sollte, denn schließlich würde ich kurz nach 12.00 Uhr ja dort vorbeifahren - und das schlimmste war für mich, daß sie das in einem barschen Befehlston von sich gab. Weil mir vor Entsetzen bald die Luft weg blieb, habe ich kurzerhand den Telefonhörer aufgelegt und durchs Büro gerufen: “Seit wann bin ich hier denn der Sklave wildfremder Menschen?”
Ich bin ja schon einiges gewohnt, was die Belange von unseren Gesprächspartnern am Telefon so ablassen und somit auch nicht gleich geschockt, wenn jemand mit mir schimpft, weil sich bestimmte Dinge nicht so entwickelten, wie es den Wünschen unserer Klientel entsprach. Ich höre mir Beschwerden geduldig an und versuche in freundlichem Ton die Angelegenheiten zu regeln (denn von dem Wohlwollen der Kundschaft hängt mein Arbeitsplatz ab!). Aber wenn jemand glaubt, der noch nicht einmal unser Kunde sondern wo wir die Auftraggeber sind, mich dirigieren zu können und über meine Freizeit zu bestimmen, dann ist der- oder diejenige schief gewickelt. Darauf reagiere ich äußerst allergisch!
Eine kleine Frage oder Bitte hätte mich butterweich gestimmt und die besagte Person hätte die gewünschten Unterlagen schon vorliegen. Aber so bleiben die Papiere hier liegen, bis sie in unserem Büro verschimmeln oder von einem anderen Sklaven dorthin getragen werden.