So ganz genau weiß ich nicht, was im Moment mit mir los ist! Morgens kriege ich den Hintern nicht aus dem Bett und wenn ich mich doch endlich dazu aufraffen will, und die Bettdecke lupfe, ist es mir zu kalt und ich kuschel mich wieder ein. Dann drehe ich mich “nur für 3 Minuten” wieder in eine gemütliche Stellung um noch einmal die wohlige Wärme des Bettes zu geniessen und prompt schlafe ich eine Stunde lang. Das war eigentlich nicht meine Absicht. An Wochenenden kann mir das drei mal hintereinander passieren. Aber in der Woche muß ich ganz bestimmt pünktlich aufstehen, weil die Arbeit ruft. Und dann muß alles ruck zuck ablaufen. Ich weiß genau, daß das nicht der richtige Weg ist, den Tag zu beginnen, aber bereits als Kind hat meine Mutter mich mindestens 7 mal wecken müssen, damit ich endlich aufstehe. Nun muß ich mich stets selbst aufraffen, aber das fällt mir außerordentlich schwer.
Noch schlimmer ist es im Winter, wenn es morgens draußen noch dunkel ist und eisig kalt. Dann kriege ich die Kurve aus dem Bett noch viel schlechter. Das Bett ist gerade für Leute wie mich das beste Möbelstück, das die Menschheit sich je erdacht hat! Aber wenn mir morgens die Sonne ins Gesicht blinzelt und mich ihre ersten Strahlen auf die Stirn küssen, die Vögel zwitschern und es warm ist, dann hält mich nichts mehr in der Muffelkiste und ich muß unbedingt raus in die wunderschöne Welt. Der Tag beginnt dann ganz anders. Ich habe einen unendlichen Tatendrang und was ich alles in kürzester Zeit spielend leicht schaffe, glaubt kein Mensch, der mich sonst nur an den besagten kalten und dunklen Tagen kennt.
Mir macht es dann auch nichts aus, wenn es zwischendurch mal einen Regentag gibt. Im Gegenteil, den geniesse ich sogar. Der regt micht dann zur unbändigen Kreativität an. Ich schmiede Pläne für verschiedene Vorhaben, die ich dann auch wirklich umsetze oder kann gemütlich entspannen bei einem schönen Film, toller Musik, einem spannenden oder interessanten Buch, einer Kanne Ostfriesentee und vieles andere mehr.
Es gibt Leute, die einen frostklaren sonnigen Wintertag mögen. Ich kann solche Tage nicht ausstehen, zumal wenn ich dann auch noch nach draußen in die “Schweinekälte” muß. Allein der Blick durch das Fenster auf kahle Bäume und erstarrte Büsche läßt mich bis in die innersten Zellen erfrieren. Da hilft auch kein “warm anziehen”, “sich mehr bewegen” oder heizen. Diese ganzen hilf- und lehrreichen Sprüche wirken nicht bei mir, ich friere einfach ganz furchtbar und was ich auch mache, es nützt nichts. Jedes Jahr muß ich diese Torturen wieder erleiden und jedes Jahr habe ich Angst, daß das nächste Frühjahr und der Sommer vielleicht nicht kommen. Wenn sie dann endlich da sind, bin ich heilfroh, weil ich weiß, jetzt geht es wieder aufwärts mit mir. Manchmal helfen mir die ersten Anzeichen im Garten wie die ersten Schneeglöckchen und Krokusse um die Hoffnung auf die kommene Wärme zu verstärken.
Ich glaube, ich bin einfach ein Kind der Sonne und des Sommers, vielleicht nur zufällig am falschen Ort in die Welt gesetzt worden. Wo andere Menschen in der Hitze stöhnen, fühle ich mich pudelwohl. Gut, daß der April bald zu Ende ist, mit seinem Wechselspiel des Wetters und ich mit kontinuierlich wärmeren Temperaturen rechnen kann.